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Unter dem Motto "der politische Film" zeigt die Infogruppe Rosenheim jeden ersten Sonntag im Monat einen Film in der Vetternwirtschaft. Beginn des "Vetternkinos" ist um 20:00 Uhr. Der Eintritt ist frei (Spenden erwünscht)
Das Filmprogramm:
Sonntag, 07. November | 20:00 Uhr | Schutzlos | Eintritt frei
Sonntag, 05. Dezember | 20:00 Uhr | Film "Wir hatten eine Dora in Südwest" | Eintritt frei
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So, 07.11.10 Schutzlos
Der Film von René Heisig schildert anschaulich die Situation illegalisierter Menschen in Deutschland. Maria Moreno lebt getrennt von ihren Kindern und ohne Aufenthaltserlaubnis in ständiger Angst vor Entdeckung und der damit verbundenen sofortigen Ausweisung in Deutschland. Sie flüchtete vor Gewalt, Korruption und Schulden aus Honduras und traut sich, unter ständiger Bedrohung durch Abschiebung, nicht einmal eine rote Ampel zu überqueren, arbeitet für einen Hungerlohn und zahlt horende Mietpreise. Die diversen Aspekte eines Lebens in ständiger Angst und ohne Rechte, wie z.B. Heirat als letzte Chance, die Unmöglichkeit für illegalisierte Kinder auf die Schule zu gehen und die Problematik der Gesundheitsversorgung, werden in Schutzlos - auch wenn das Ende alles andere als repräsentativ für die in Deutschland lebenden Menschen ohne Aufenthaltsstatus sein dürfte - aufgegriffen.
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So, 06.12.10 Wir hatten eine Dora in Südwest
Film: "Wir hatten eine Dora in Südwest"
Tink Diaz, 70 Min. (1991)
Der Dokumentarfilm greift einen bisher wenig beachteten, aber hochinteressanten Aspekt der deutschen Kolonialgeschichte und ihrer Folgen auf. 1907 wird der 'Deutschkoloniale Frauenbund' gegründet, mit dessen Hilfe u.a. die "Zufuhr" von deutschen Bräuten an die Schutztruppen und Siedler gefördert werden soll, um der vermeintlich drohenden "Verkafferung der Männer in Deutsch Südwest und Deutsch Ostafrika" entgegenzuwirken. Auch noch nach 1918, als Deutschland gar keine Kolonien mehr hatte, vermittelt der Frauenbund noch ausreisewillige junge Frauen als "Trägerinnen deutscher Zucht und Sitte" nach Windhoek, Swakopmund oder Tanga.
Der Film kompiliert historisches Archivmaterial, zeitgenössische Fotos, Lieder, Zitate aus Theaterstücken oder Kolonialromanen und er kontrastiert diese collagenartige Zusammenschau mit den aktuellen Aussagen einiger Frauen, die in den dreißiger oder vierziger Jahren mit dem Frauenbund nach Namibia gingen und noch heute dort leben.